Seit gut drei Wochen reisen wir nun schon durch Bolivien und es gibt auch von hier wieder über einige außergewöhnliche Entdeckungen zu berichten.

Die Frauen

Trachten haben wir zwar auch bei den indigenen Frauen in Ecuador und Peru gesehen, doch die der Frauen in Bolivien sind schon sehr besonders. Hier tragen sie mehrere Schichten Röcke übereinander, dazu meist gestrickte Strümpfe und schöne Hüte. Ihre langen, schwarzen Haare haben sie zu zwei Zöpfen geflochten, in sie die noch Wollbänder mit Bommeln eingebunden haben. Oft ziehen sie auch noch eine Schürze, die hinten geschlossen wird, über das Ganze. Da die Menschen hier sehr klein und nicht gerade schlank sind, sehen sie etwas gedrungen aus mit diesen vielen Klamotten. Aber die Schwimmringe um die Hüfte müssen wohl sein, damit die vielen Röcke auch halten.

Mütter begleiten ihre Kinder zum Schulausflug nach Tiwanaku
Mütter begleiten ihre Kinder zum Schulausflug nach Tiwanaku

Die Kinder

Schulpflicht gibt es in Bolivien bis zur achten Klasse. Die Schüler tragen Uniformen, die von Schule zu Schule unterschiedlich sind. Auch für den Sportunterricht sind sie einheitlich in entsprechende Trainingsanzüge und Trikots gekleidet. Trotz allem gehen jedoch 60 % der Kinder nur unregelmäßig zur Schule. Kinderarbeit ist in Bolivien ein großes Thema. Der Präsident Evo Morales hat im Jahr 2014 sogar ein Gesetz erlassen, das Kinderarbeit ab dem zehnten Lebensjahr offiziell erlaubt. Er begründet es damit, dass er früher selbst als Kind arbeiten musste, um seine Familie zu unterstützen und als Indigener weiß, wie groß die Geldsorgen der Familien sind. Auch ohne Gesetz, meint er, würden die Familien ihre Kinder zur Arbeit anhalten, so aber wären wenigstens noch gewisse Regeln da, was die Arbeitszeit etc. angeht. Uns sind Kinder bei unterschiedlichsten Tätigkeiten begegnet: als Schuhputzer, Zeitungsverkäufer, Straßenmaler, Sänger im Bus; immer in der Hoffnung ein bisschen Geld mit heimzubringen. Dass da die Schule und damit die für sie wichtige Bildung auf der Strecke bleibt, ist mehr als schade.

Schuhputzjunge in Sucre
Schuhputzjunge in Sucre

Das Umweltbewusstsein

Dass auf diesem Gebiet noch einiges im Argen liegt, ist an vielen Ecken sichtbar. Müll wird einfach aus dem fahrenden Auto geworfen und säumt dann natürlich die Fahrbahnränder. Auch auf den Straßen in vielen Orten liegen Plastiktüten, leere Verpackungen, Abfälle herum. An manchen Stellen steigt einem ein beißender Uringeruch in die Nase. Nicht nur einmal haben wir gesehen, wie Kinder einfach auf den Gehsteig pieseln. Leider sind die Flüsse und Seen auch nicht sauberer. Ist ja auch kein Wunder, wenn zum Beispiel Autowäsche im See angeboten wird!

Se lavan Autos - Hier werden Autos gewaschen
Se lavan Autos – Hier werden Autos gewaschen
"Autowaschanlage" im Titicacasee
„Autowaschanlage“ im Titicacasee

Man muss aber dazu sagen, dass durchaus nicht alle Menschen in Bolivien so nachlässig handeln. Vor allem in Santa Cruz, Samaipata und Sucre wirft man seinen Müll schon in Abfalleimer und von der Stadt angestellte Straßenkehrer säubern rund um die Uhr die Gehwege und Plätze.

Boliviens Trauma – die verlorene Küste

Zwar ist es schon über 140 Jahre her, seit Bolivien im Salpeterkrieg mit Chile den Zugang zur Pazifikküste verloren hat, doch diese Niederlage nagt immer noch am Nationalbewusstsein. So wird den Schulkindern in allen Jahrgangsstufen erklärt, dass das Land ein Recht auf dieses Stück Meer hat. Es gibt zu diesem Thema sogar eigene Schulbücher. Auch in der aktuellen Literatur spielt dies immer wieder eine Rolle. Deswegen unterhält der Staat bis heute eine Marine, auch wenn die nur auf dem Titicacasee und auf einigen Grenzflüssen zu Brasilien eingesetzt wird.

Die Geschichte des bolivianischen Meeres
Die Geschichte des bolivianischen Meeres

Noch ein paar Kuriositäten

Sahnetorten auf dem Markt in Sucre - ungekühlt! - Wer die wohl alle kaufen soll?
Sahnetorten auf dem Markt in Sucre – ungekühlt!   Wer die wohl alle kaufen soll?
Diese Fische aus dem Titicacasee wurden vier Stunden in unserem Bus transportiert - ungekühlt! - und an ein Fischrestaurant in La Paz geliefert
Diese Fische aus dem Titicacasee wurden vier Stunden in unserem Bus transportiert – ungekühlt! – und an ein Fischrestaurant in La Paz geliefert
Adventskalender mit Schneemotiven - und das im südamerikanischen Sommer
Adventskalender mit Schneemotiven – und das im südamerikanischen Sommer
Supermoderner Frisörsalon - Waschen, Schneiden, Fönen für 6,50 € - Wann der wohl abbezahlt ist?
Supermoderner Frisörsalon – Waschen, Schneiden, Fönen für 6,50 € – Wann der wohl abbezahlt ist?

Typische Speisen und Getränke

In Bolivien steht kein Meerschweinchen mehr auf der Speisekarte (Cindy :-))!  Man isst aber durchaus weiterhin viel Fleisch, aber auch jede Menge Gerichte, die mit Quinoa zubereitet werden.

Quinoa-Suppe
Quinoa-Suppe ist richtig lecker
Auch Bier wird aus Quinoa gebraut
Auch Bier wird aus Quinoa gebraut – schmeckt sehr fruchtig

 

Lamasteak - schmeckt gut, ist aber etwas trocken
Lamasteak – schmeckt gut, ist aber etwas trocken

 

Pique Macho - bestehend aus geschnetzteltem Hähnchen, Rinderfilet, frittierter Wurst, Zwiebeln, Oliven, Pommes, Paprika, gekochtem Ei, Chili, Käse und Tomaten
Pique Macho – bestehend aus geschnetzteltem Hähnchen, Rinderfilet, frittierter Wurst, Zwiebeln, Oliven, Pommes, Paprika, gekochtem Ei, Chili, Käse und Tomaten

 

Picante Mixto - Hähnchenkeule in Chilisoße, Rinderzunge, Chili, gekochte Kartoffeln, Spaghetti und dem Gemüse chunuphuti
Picante Mixto – Hähnchenkeule, Rinderzunge, Chilisoße, gekochte Kartoffeln, Spaghetti und einem bolivianischem Gemüse

 

salteña - gefüllte Teigtasche (mit kleingeschnittenem Hähnchen in einer pikanten Soße)
Salteña – gefüllte Teigtasche (mit kleingeschnittenem Hähnchen in einer pikanten Soße)

 

Salvietti - ein bolivianisches Erfrischungsgetränk aus Papayas - schmeckt ähnlich wie Inca-Kola
Salvietti – ein bolivianisches Erfrischungsgetränk aus Papayas – schmeckt ähnlich wie Inca-Kola

Und überall im Land:

Riesenpizza - im "Joy Ride Café", unserem Lieblingspub in Sucre
Pizza – im „Joy Ride Café“, unserem Lieblingspub in Sucre

Unseren nächsten Beitrag können wir frühestens in drei Tagen veröffentlichen, da wir ab morgen für drei Tage auf dem Salar de Uyuni unterwegs sind und dort kein Internet oder WLAN haben.