San Pedro de Atacama.

Es erweist sich als äußerst sinnvoll, dass wir für San Pedro de Atacama gleich sechs Nächte veranschlagt haben. Denn als wir am Freitag per Skype in die Planungen für die drei gemeinsamen Wochen einsteigen, die Denise und Peter über Weihnachten/Neujahr mit uns verbringen werden, zeigt sich mal wieder die Gültigkeit des alten Spruches „Der Teufel steckt im Detail“. Die Distanzen hier in Chile und Argentinien sind gewaltig, die Zeit limitiert, und noch dazu ist über den Jahreswechsel Hochsaison. Es erfordert fast noch den gesamten Samstag, bis Reiseroute und Unterkünfte geklärt und gebucht sind. Entsprechend geplättet verlassen wir am späten Nachmittag unser Hostel „Iquisa“, das zum Glück über eine sehr gute Internetverbindung verfügt. Eine Viertelstunde Fußmarsch, und wir haben das Zentrum von San Pedro de Atacama erreicht.

Grüne Oase: Plaza in San Pedro
Grüne Oase: Plaza in San Pedro

Der kleine Oasenort in einer der trockensten Wüstenlandschaften der Welt hat gerade mal 2.000 Einwohner. Das extreme Klima wird durch die Höhenlage von 2.400 Metern etwas gemildert, dennoch wird es tagsüber ziemlich heiß und nachts empfindlich kühl. Auch hier gibt es eine zentrale Plaza mit schattigen Bäumen, die unter anderem von der hübschen, namensgebenden Pfarrkirche San Pedro und dem von weißen Arkaden gegliederten Rathaus umgeben ist.

Pfarrkirche San Pedro
Pfarrkirche San Pedro

In den schmalen Gassen rundherum befinden sich zahlreiche kleine Läden, Restaurants und Reiseagenturen. Der ganze Ort ist voll auf Tourismus eingestellt, der Fremdenverkehr hier mit Abstand der wichtigste Arbeitgeber. Dennoch hat sich San Pedro seinen ursprünglichen Charme bewahrt, der nicht zuletzt auf der hier vorherrschenden Lehmziegel-Architektur beruht. Zudem wirkt alles sehr ordentlich und gepflegt.

Entspannte Atmosphäre in den Gassen von San Pedro de Atacama
Entspannte Atmosphäre in den Gassen von San Pedro de Atacama
Staubige Straßen und Lehmziegelmauern am Ortsrand
Staubige Straßen und Lehmziegelmauern am Ortsrand

Am Sonntag wollen wir dann endlich wieder raus, und dafür leihen wir uns zum ersten Mal in Südamerika Fahrräder aus – ein Tipp von Marina und Christian, die das bei ihrem Aufenthalt hier vor gut einer Woche auch gemacht haben. Mit den in Top-Zustand befindlichen Mountain-Bikes machen wir uns auf den Weg ins etwa 15 Kilometer entfernte Valle de la Luna (Mondtal).

Auf dem Weg ins Mondtal
Auf dem Weg ins Mondtal

Hier, in einem Teil des Nationalparks Los Flamencos, erwartet uns eine durch die extreme Trockenheit geprägte, in vielen Jahrmillionen von Erdauffaltung, Erosion und Verdunstung gestaltete Landschaft. Ein Höhepunkt befindet sich gleich am Eingang des Naturparks – die Caverna de Sal (Salzhöhle). Ein schmaler Pfad führt zwischen immer enger nebeneinanderstehenden Felsen hindurch und schließlich in einen stockdunklen Untergrund.

Durch eine enge Schlucht...
Durch eine enge Schlucht…
...geht's hinein in die Salzhöhle
…geht’s hinein in die Salzhöhle

Hier kommen wir teilweise nur noch gebückt und mit der Taschenlampe unseres Handys voran. Etwas weiter hinten sehen wir wieder Licht.

Licht am Ende der Höhle
Licht am Ende der Höhle

Doch um den Rundweg weitergehen zu können, müssen wir hier erst einmal etwas über Felsen kraxeln.

Kletterpartie...
Kletterpartie…

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Lohn der Mühen sind der Blick auf fantastische Felsformationen und das Erleben eines Canyons, der uns entfernt an den spektakulären Upper Antelope Canyon in Arizona erinnert.

Wieder oben!
Wieder oben!

Einige Kilometer weiter lockt ein Fußweg zu einem Aussichtspunkt. Von hier aus sieht man nicht nur die imponierende, vom Licancabur dominierte Andenkette.

Valle de la Luna vor der Kulisse der Anden
Valle de la Luna vor der Kulisse der Anden

Spektakulär sind auch die von bizarren Felsen begleiteten Trockentäler, die hohen Sanddünen und die weiß schimmernden Salzflächen hier im Park.

Salzpfannen...
Salzpfannen…
...und Sanddünen
…und Sanddünen

Wir fahren noch ein wenig weiter durch diese einsame, wilde Landschaft, ehe die zunehmende Hitze des Mittags und unser Zeitbudget – wir haben die Räder nur für sechs Stunden ausgeliehen – uns allmählich zum Rückzug nach San Pedro veranlassen.

Rückfahrt durch eine wahre Mondlandschaft...
Rückfahrt durch eine wahre Mondlandschaft…

Schon von Weitem sticht das üppige Grün der Flussoase aus dem steinern-sandigen Meer heraus – verfehlen kann man den abgeschiedenen Ort wahrhaftig nicht…

Grüne Flussoase San Pedro vor der Silhouette des Licancabur
Grüne Flussoase San Pedro vor der Silhouette des Licancabur