Lausanne.

Vom Wallis ins Waadtland – auf der A 9 dauert die Fahrt durchs Rhonetal von Sion an den Genfer See kaum eine Stunde. Direkt am Schloss Chillon in Veytaux stellen wir das Fahrzeug ab – wieder bestaunen wir eine Bilderbuchkulisse, denn malerischer kann eine mittelalterliche Burg gar nicht liegen: auf einem vorgelagerten Felseiland erbaut, über eine Zugbrücke mit dem Festland verbunden, im Hintergrund die majestätische Alpenkette.

Ob von der Landseite…
…oder mit dem Genfer See im Vordergrund: sehenswertes Schloss Chillon
…vor prächtiger Alpenkulisse

Von hier ist es am einfachsten, mit dem Fahrrad den See entlang die vielleicht fünf Kilometer nach Montreux zurückzulegen. Ein Ort, dessen Gesicht sich entlang der Uferlinie offenbart – und das ist ein ziemlich mondänes, das sich aus vornehmen Villen, noblen Hotels, Parkanlagen und zahlreichen großen und kleinen Kunstwerken am Wegesrand zusammensetzt: Hölzerne Fensterrahmen baumeln als Kunstinstallationen von Bäumen, Statuen von weltberühmten Musikern der verschiedensten Stilrichtungen stehen Spalier… So sind hier Igor Strawinsky, Freddie Mercury, Ella Fitzgerald oder Carlos Santana vertreten und legen Zeugnis ab von der langen Musiktradition in Montreux, dessen Jazzfestival seit Jahrzehnten Weltruf genießt.

Auf einem Uferweg…
..radeln wir nach Montreux
Beeindruckende Kulisse am Seeufer
Zahlreiche Kunstinstallationen säumen die Promenade…
Musikstadt Montreux: Statuen für Igor Strawinsky…
…Claude Nobs, den legendären Leiter des Montreux Jazz Festivals
…auf das auch dieser Schriftzug aufmerksam macht…
…Carlos Santana…
…und Freddie Mercury
Wahrzeichen Montreux‘: Montreux Palace Hotel
Miles Davis Hall neben der evangelischen Kirche…
…und Markthalle Marché Couvert von 1891/92

Nur mit dem Namen der Funky Claude’s Bar im legendären Hotel Montreux Palace ist allerdings jener Welthit in Verbindung zu bringen, der anlässlich eines Brandes entstand, der im Jahr 1971 während eines Konzerts von Frank Zappa das hiesige Casino in Schutt und Asche legte: Smoke on the Water von Deep Purple spielt exakt an diesem Ort. Wir erweisen ihm unsere Reverenz, indem wir in einem Straßencafé am neuen Casino ein Bierchen genießen.

Der Name der Bar erinnert an Smoke On The Water
Nachfolgebau Casino Barrière…
…mit benachbartem Biergarten in herrlicher Lage

Anschließend radeln wir zurück zum Schloss Chillon und setzen unsere Tagesetappe nach Lausanne fort – allerdings mit Umwegen. Am Campingplatz Pra Collet hoch oberhalb der Stadt ist der Platzwart weder anwesend noch telefonisch erreichbar. So planen wir kurzerhand um und steuern den Camping de Vidy direkt am Seeufer an – dort gibt es vor den Toren der Anlage einen deutlich günstigeren Wohmobil-Stellplatz, die sanitären Einrichtungen dürfen mitbenutzt werden und mit dem im Übernachtungspreis inbegriffenen Ticket für den ÖPNV kommen wir per Bus bequem an den Lausanner Hafen Ouchy – nicht ohne zuvor allerdings dem Sitz des Internationalen Olympischen Komittees (IOC) einen kurzen Besuch abgestattet zu haben, der liegt nämlich direkt neben dem Campingplatz.

Hauptquartier des Internationalen Olympischen Komittees
Place de la Navigation an Lausannes Hafen Ouchy: Seeseite…
…und Landseite mit Metrostation
Seeufer mit der Vierge du Lac
…und der Schiffsanlegestelle
Aus dem 12. Jahrhundert: Château d’Ouchy, heute ein Hotel direkt am See

Von Ouchy ist es zu Fuß nicht weit zum Olympischen Museum. Montags hat das allerdings geschlossen; wir können nur die Außenanlagen bewundern und erhalten trotzdem einen kleinen Eindruck vom Olympia-Gefühl.

Schautafeln…
…Skulpturen…
…und olympische Symbole…
…auf dem Gelände…
…des Olympischen Museums

Die Altstadt von Lausanne, der 140.000 Einwohner zählenden Hauptstadt des Kantons Waadt, liegt hoch über dem See – da ist es perfekt, dass man vom Hafen mit der Métro Lausanne bis ins Zentrum fahren kann. Bei optimalem frühsommerlichem Wetter bummeln wir durch die ausgesprochen sympathische, attraktive Innenstadt, deren architektonischer Höhepunkt ganz sicher neben dem Schloss St-Maire die gotische Kathedrale Notre-Dame ist, die im Inneren mit einer Ausstellung von zahlreichen Modellen anderer gotischer Sakralgebäude aus ganz Europa überrascht – Prunkstück ist zweifellos der prächtige, in mehr als zwanzigjähriger Arbeit aus unzähligen Streichhölzern entstandene Nachbau des Mailänder Doms. Über die Place de la Palud erreichen wir die Geschäftsstraßen der Innenstadt, finden ein nettes Lokal zum Abendessen und erleben den Sonnenuntergang an diesem lauen Maiabend wieder unten am Hafen Ouchy.

Palais de Rumine: Der Neorenaissance-Bau beherbergt fünf Museen
Gut 600 Jahre alt: bischöfliches Stadtschloss Château Saint-Maire
Die Kathedrale Notre-Dame überragt die Dächer der Altstadt
Spätgotisches Montfalcon-Portal an der Westfassade
Stimmungsvolles Langhaus
Kunstwerk im Kunstwerk: Mailänder Dom im Miniaturformat
Blick von der Place de la Cathédrale über die Stadt auf den See
Die mittelalterliche Escaliers du Marché führt von der Kathedrale bergab
Place de la Palud mit dem Rathaus
La Tour de l’Ale aus dem 14. Jahrhundert: letzter Zeuge der Stadtbefestigung
Windfahne Eole am Hafen im Sonnenuntergang